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Einigungskrieg

Die Schlacht bei Woerth/ Froeschwiller endete mit schweren Verlusten auf beiden Seiten: 10600 Tote auf deutscher Seite, 9800 Tote und 6000 Gefangene auf französischer Seite.

Durch die Niederlage bei Woerth ist die Moral der französischen Truppen stark angeschlagen.

Auf deutscher Seite wird die siegreiche Feuerprobe des Kronprinzen überall und besonders in der Presse gefeiert. Jetzt ist die Grenze offen. Über diese Schlacht hinaus hat der Krieg von 1870, der am 18. Juni begann und am 10. März sein Ende nahm, beträchtliche Nachwirkungen.

 

In Frankreich führt er zum Sturz des 2. Kaiserreiches und zur Ausrufung der 3. Republik. Der Frankfurter Vertrag setzt für Frankreich die Friedensbedingungen fest: Das Elsass und ein Teil Lothringens werden dem deutschen Reich angeschlossen. Der Krieg von 1870 ermöglicht Bismarck (Kanzler von Preußen), die Deutsche Einheit zu verwirklichen.

In der Tat wird am 18. Januar 1871 in der Galerie Glaces Versailles das 2. Deutsche Kaiserreich ausgerufen. Das Gleichgewicht der Mächte in Europa hat sich von nun an verschoben.

 

Denkmal bei Woerth/ JgBtl 11 Denkmal bei Weißenbourg

 

Das "Hessische Jäger-Bataillon Nr .11 "im Deutsch-Französischen Krieg 1870-71

Ab Mitte Juli 1870 wurden in Frankreich u. in Preußen die Streitkräfte mobil gemacht. Am 19.Juli erfolgte die Kriegserklärung Frankreichs an Preußen. Entgegen den französischen Erwartungen verbündeten sich die süddeutschen Staaten mit dem Norddeutschen Bund u. unterstellten ihre Truppen dem preußischen Oberbefehl. Die Franzosen konzentrierten die Masse ihrer Truppen in Lothringen. Teile marschierten im Elsass auf u. wurden in einer Armee unter dem Oberbefehl von Marschall Mac Mahon zusammengefasst. - Die deutschen Truppen gliederten sich in drei Armeen; sie marschierten im Saarland u. der Pfalz auf.

Die 3.Armee setzte sich aus zwei preußischen-, zwei bayrischen- u. einem baden-württembergischen Armeekorps zusammen . Den Oberbefehl dieser Armee führte der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm - Das Marburger Jägerbataillon unter seinem Kommandeur Major von Johnston gehörte zum XI. Armeekorps, das in die 3.Armee eingegliedert war. Diese Armee sammelte sich in der Pfalz; sie sollte durch das Elsass angreifen.

Am 4 .August erhielt das Bataillon seine Feuertaufe in dem Gefecht bei Weißenburg. Hier, unmittelbar hinter der deutsch-französischen Grenze, wurde die 2. französische Division, Abel Douay , des l. Armeekorps, Mac Mahon, in vorgeschobener Stellung um den Geisberg durch die von Norden u. Osten anmarschierenden Divisionen der 3.Armee überrascht, angegriffen u. zurückgeworfen. Dabei erlitten beide Seiten unverhältnismäßig hohe Verluste, wobei den deutschen Truppen vor allem die überlegene Reichweite des französischen Chassepot- Gewehrs zu schaffen machte.-Die Marburger Jäger kämpften am äußersten linken Flügel. Sie nahmen mit zwei Kompanien die Ortschaft Riedselz und beteiligten sich mit den beiden anderen Kompanien von Süden an dem Umfassungsangriff auf den Geisberg. Bei diesen Kämpfen hatte das Bataillon seine ersten Verluste, zwei Tote u. acht Verwundete .Zwei Tage später kam es zu der Schlacht bei Wörth. Hier zog Marschall Mac Mahon die ihm verfügbaren Truppen - insgesamt fünf Infanterie - sowie zwei Kavallerie-Divisionen zusammen und brachte sie in einer beherrschenden Stellung westlich der Sauer um Elsasshausen und Fröschweiler in Stellung. Die Schlacht entwickelte sich in den frühen Morgenstunden aus Vorpostengefechten und gegen den Willen der Armeeführung. Das "Hessische Jäger- Bataillon Nr.11" unter Major von Johnston stand seit etwa 09.30 Uhr im Gefecht. Es wurde zur Verstärkung der beiderseits Gunstett an das Ostufer der Sauer vorgeschobene 41. InfBrig / 21 .InfDiv / XI.AK eingesetzt. Die 1. und 2.Kompanie gingen zunächst an der Bruchmühle sowie nördlich davon am Vorderhang des nach der Sauer abfallenden Weinbergs in Stellung, während die beiden anderen Kompanien in gedeckter Aufstellung südlich der Straße Gunstett- Eberbach standen. Die vorne eingesetzten beiden Jägerkompanien lenkten sofort das weittragende Infanteriefeuer des an der Straße Wörth- Morsbronn stehenden französischen Zuavenregiment Nr.3 und des Algerischen Tirailleurregiments Nr.3 der 4. Division des Generals de Lartigue sowie das Feuer der auf dem Lausberg in Stellung gegangenen Artillerie auf sich. Gegen 09.30 Uhr erhielt das Bataillon den Befehl, den Feind anzugreifen. Dieser erste Angriff wurde mit der 1. u. 2.Kompanie u einer Kompanie des 3. Niederschlesischen InfRgt Nr.50, 20.InfBrig /10.InfDiv / V.M, die sich als rechter Nachbar selbständig anschloss, bis zur Straße Wörth-Morsbronn in Schützenlinie vorgetragen. - Der überlegene Feind griff jedoch seinerseits die Jäger in Front sowie linker Flanke an u. warf sie bis zu einem Graben in der Sauer-Niederung zurück. Hier konnten sie sich, gestützt auf das Feuer der dahinter in Stellung gegangenen 3. u. 4. Kompanie halten, bis der KG des XI.AK, GenLt von Bose, seine gesamten Kräfte an der Sauer entwickelt hatte und die Masse des Korps. Artillerie, des Hess.ArtRgt Nr. 11 aus Kassel, an der Gunstetter Höhe in Stellung gegangen war. Gegen 12.30 Uhr begann der Angriff des XI. AK gegen die Stellung der franz.4.Div zwischen Morsbronn u. dem Niederwald . Das Hess. JgBtl Nr .11 befand sich in der Mitte der Angriffslinie des Korps. Im heftigen Feuer der Franzosen überwanden drei Kompanien vorn und die 4.Kp hinter den Flügeln in Schützenlinie das offene Gelände. Links schlössen sich zwei Kp  des 1. Nass. InfRgt / 41. InfBrig / 21. InfDiv, rechts zwei Kp des HessFüsilierRgt Nr.80 derselben Brig an, während die 2.Kp des 6. Thü lnfRgt.Nr.95 / 43.lnfBrig / 22. InfDiv dem Hess. JgBtl Nr. 11 folgte. Im ersten Ansturm wurde unter großen Verlusten die Straße Wörth. Morsbronn genommen. Die Franzosen hielten sich aber noch in Ihrer starken Stellung auf dem Lausberg mit dem Albrechtshäuserhof. Erst als ihre rechte Flanke umfasst war, die dort angreifenden Kräfte des XI. AK in den Niederwald eindrangen, gelang es den Jägern, mit anderen Truppenteilen im frontalen Angriff u. mit der Unterstützung der Artillerie den Lausberg zu nehmen, den Albrechtshäuserhof zu stürmen u. den Feind in den Niederwald zurückzuwerfen. Die französische 4.Div versuchte sofort, durch Gegenangriff aus dem Niederwald die Lage wiederherzustellen. Das XI. AK behauptete sich jedoch in diesem für die Franzosen so wichtigen Gelände westlich der Sauer und schuf in dem folgenden Angriff durch den Niederwald und der dabei endgültigen Zerschlagung der 4. franz. Div. die Voraussetzung für den späteren Sieg. Das Hess.JgBtl Nr.11, im Brennpunkt eingesetzt, hatte schon gegen 13.30 Uhr den Verlust von 4 Offizieren und über 120 Jägern als Tote und Verwundete zu beklagen. Die deutschen Truppen lösten sich beim Angriff durch den Niederwald auf, blieben aber auf Grund der Tatkraft der unteren Führung in steter Vorwärtsbewegung. Mit dem Heraustreten aus dem Niederwald und dem Angriff auf Elsasshausen war die französische Stellung um Fröschweiler nicht mehr zu halten. Marschall Mac Mahon musste zurückgehen. Das Ausweichen wurde allerdings zu spät befohlen, so dass der Rückzug in eine Flucht ausartete. Die Armee Mac Mahon löste sich weitgehend auf. Auf dem Schlachtfeld blieben über 20.000 tote u. verwundete Franzosen und Deutsche. Das Hess.JgBtl Nr. 11 beklagte einen Gesamtverlust von 149 Mann.